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SOLONG - NEWS 22. FolgeNeustart11. Mai 2003
Wie die Skirennfahrer, stehen wir im Startloch. Am 14. Mai fliegen wir zurück zu unserem Segelschiff nach Kanada. Es ruht immer noch in einer Marina in Midland in der Nähe von Toronto. Ohne Mundschutz werden wir dort ankommen (SARS), aber so schnell wie möglich den Flughafen verlassen. Auch die Hundeleine werden wir dieses Mal nicht im Handgepäck verstauen, sonst stehen wir am anderen Ende der Flugreise wieder da ohne irgend eine Halteschnur für den Köter. Mit so einer Leine könnte man nämlich jemanden strangulieren, wurde uns bei der Handgepäcks-Kontrolle erklärt und weggenommen. Seit jenem 11. September ist ja alles möglich. Daniel freut sich sehr und ich habe gemischte Gefühle. Aber mein Göttergatte meint, dass es nicht normal wäre, hätte ich sie nicht. Na ja, nach den letzten 1 ½ Jahren ist schon so einiges passiert bei uns. Daniels grosser Eingriff und auch ich musste dreimal unters Messer. Ausser der fehlenden Muskelkraft geht es uns ganz gut. Neu ist Daniels Medikamentenkoffer. Die vielen Insulin- und Mistelspritzen für ein halbes Jahr und die diversen anderen Arzneimittel, die Daniel jetzt zum Leben benötigt. Auch die Südsee haben wir aus unseren Gedanken streichen müssen, natürlich mehr aus Daniels Kopf als aus meinem, die war da gar nie so richtig drin. Ich dachte oft, jetzt kommt zuerst die Station Vancouver und dann schwatzen wir wieder miteinander. Sehr gespannt sind wir auf den Zustand unserer SOLONG. Dass wir die Membranen für den Wassermacher ersetzen müssen, ist uns heute schon klar. Der Wassermacher wurde nur für 6 Monate konserviert. Aber manchmal kommt es anders als man denkt. Wieviel Polyester- und anderer Staub sich angesammelt hat nach der grossen Reparatur, interessiert mich besonders . Den Schiffstransport nach Vancouver haben wir schon dreimal verschieben müssen, aber jetzt gilt es ernst. Wir werden also das Schiff für den Transport vorbereiten, d.h. das ganze Hardtop abmontieren, die Relingsstützen mit Relingsnetz inkl. Bug- und Heckkorb abschrauben, und wenn wir Pech haben, dann müssen die Winschen auch noch weg. Wir haben sechs davon, wobei die Komplizierteste aus ca. 20 bis 30 Einzelteilen besteht. Der Mast liegt bereits neben dem Schiff im Winterlager. Das Schiff darf nicht höher als 15 ½ Fuss sein, damit es unter den Brücken durchkommt. Der Transport dauert 4 bis 5 Tage und geht fast ausschliesslich, bis auf einen Umweg wegen einer Brücke, dem Highway 1 entlang durch Kanada. Es sind über 4000 km. Unterdessen haben wir von der Schweiz aus ein Wohnmobil gemietet, mit dem wir ab Ende Mai bis Ende Juni gemütlich – es wurden einige Nickerchen eingeplant, schliesslich sind wir jetzt Opagrande und Omacita geworden - durch Kanada fahren werden. Bei der Ankunft unserer SOLONG in Vancouver wollen wir auf jeden Fall dabei sein. Es handelt sich um eine Firma (Andrew‘s Trucking in Niagara on the Lake), welche auf Schiffstransporte spezialisiert ist. Es ist in Amerika gang und gäbe sein Schiff an irgend einen anderen Standort per „Truck“ zu verlegen. Auf den Schienen ist der günstigste Transport möglich, wenn unser Schiff 10 cm schmäler gewesen wäre. Die Andrew‘s Trucking ist ein kanadisches Unternehmen und billiger als alle anderen in den USA, die wir angefragt haben. In Vancouver beginnt dann wieder die pingelige Montage sämtlicher Teile. Anschliessend möchte ich lieber keine solchen oder ähnlichen Kapriolen mehr unternehmen. Für meinen Geschmack habe ich genug Abenteuer erlebt während den letzten fünf Jahren. Eigentlich spuckte mir eine Thalasso-Kur in Frankreich im Kopf herum, schliesslich sind wir immer noch etwas rekonvaleszent. Daraufhin wurde Daniel eine Weile ganz ruhig und fast hörte man es im Kopf arbeiten. Da, plötzlich die ganz naheliegende Idee meines Göttergatten: Wir könnten doch in Vancouver eine Zeit lang in der Marina auf dem Schiff leben und uns auf diese Weise erholen. Ja schon, aber bis das soweit ist......... und wer kocht, putzt, wäscht und geht einkaufen? Ich bin aber schon froh, dass wir dieses Mal nicht so viele Meilen absegeln werden, weil es mir ja immer schlecht wird dabei. Im August kommt unsere Nicole mit Familie zu Besuch und im September beginnen dort oben schon die Herbststürme. Südalaska wäre dann fürs nächste Jahr geplant. Mitte/ Ende Oktober gedenken wir nach Hause zu kommen. In der Zwischenzeit werden wir berichten, wie es uns ergeht. Unser Bordhund hat die Borreliose (Infektion eines Zeckenbisses) überwunden und kommt natürlich wieder mit. Auch er ist älter geworden durch die Krankheit und schliesslich hat er 14 Jahren auf seinem Buckel. „Auch“ er hört nicht mehr so gut ...........
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